
Der Hauptgrund für Risse in Holzkunst ist nicht die Wärme selbst, sondern die extreme Trockenheit der Heizungsluft, die dem Holz ungleichmässig Feuchtigkeit entzieht und innere Spannungen erzeugt.
- Eine konstante relative Luftfeuchtigkeit von ca. 50 % ist die wirksamste Prävention gegen Rissbildung.
- Traditionelle Pflegemethoden wie Ölen können bei falsch bemalten Objekten (z. B. Erzgebirge-Figuren) zu irreparablen Schäden führen.
Empfehlung: Investieren Sie in ein digitales Hygrometer. Die Überwachung des Raumklimas ist wichtiger als jede oberflächliche Behandlung des Holzes.
Der Winter kommt und mit ihm die wohlige Wärme der Heizung. Doch während Sie es sich gemütlich machen, spielt sich für Ihre wertvollen Holzschnitzereien oft ein stilles Drama ab. Eines Morgens entdecken Sie es: ein feiner, haardünner Riss, der gestern noch nicht da war. Eine Welle der Enttäuschung überkommt Sie. War es die falsche Pflege? Der falsche Standort? Sofort kommen die altbekannten Ratschläge in den Sinn: eine Wasserschale auf den Heizkörper stellen oder das Holz einfach mal wieder „gut einölen“. Doch diese oberflächlichen Massnahmen greifen oft zu kurz oder können, falsch angewendet, sogar mehr schaden als nutzen.
Die Wahrheit ist komplexer und wurzelt in der Physik des Materials selbst. Holz ist kein toter Werkstoff; es ist hygroskopisch, was bedeutet, dass es ständig Feuchtigkeit mit seiner Umgebung austauscht. Es „atmet“. Moderne, gut isolierte Wohnungen in Deutschland, insbesondere KfW-Neubauten, verwandeln sich durch Zentralheizungen und kontrollierte Lüftungssysteme im Winter in regelrechte Wüsten mit extrem trockener Luft. Dieses Umfeld zwingt das Holz, seine gespeicherte Feuchtigkeit zu schnell abzugeben. Wenn dies ungleichmässig geschieht, entstehen enorme innere Kräfte – sogenannte Spannungsrisse sind die unvermeidliche Folge. Der Schlüssel zur Rettung Ihrer Kunst liegt also nicht in sporadischer Pflege, sondern in einem bewussten Mikroklima-Management.
Dieser Leitfaden bricht mit den gängigen Mythen. Statt pauschaler Tipps erhalten Sie das Wissen eines Holztechnikers, um die „Sprache“ Ihres Holzes zu verstehen. Wir werden die wissenschaftlichen Grundlagen der Holzausgleichsfeuchte klären, sichere Zonen in Ihrem Wohnraum identifizieren, Ihnen zeigen, wie Sie echte von falschen Bedrohungen unterscheiden und wie Sie traditionelle Handwerkskunst nicht nur erhalten, sondern auch modern und stilvoll in Szene setzen. Denn der Schutz Ihrer Objekte beginnt mit dem Verständnis für ihre Bedürfnisse.
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Um Ihnen einen klaren Weg durch dieses wichtige Thema zu weisen, haben wir diesen Artikel strukturiert. Er führt Sie von den wissenschaftlichen Grundlagen über praktische Schutzmassnahmen bis hin zur Wertschätzung echter Handwerkskunst.
Inhaltsverzeichnis: Der Experten-Leitfaden zum Schutz Ihrer Holzkunst im Winter
- Der 50%-Wert: Warum ein Luftbefeuchter im Winter die Lebensversicherung für Ihre Holzfiguren ist
- Nicht über den Kamin: Wo ist der sicherste Platz für Holz im Wohnzimmer?
- Holzwurm-Alarm: Wie erkennen Sie aktiven Befall bei Flohmarkt-Funden, bevor er auf Ihre Möbel übergreift?
- Leinöl oder Bienenwachs: Welche Pflege feuert die Maserung an, ohne das Holz zu verkleben?
- Vom Erzgebirge zum Loft: Wie inszenieren Sie traditionelle Schnitzkunst cool und nicht altbacken?
- Hygrometer-Pflicht: Warum Schwankungen über 10% für Holzrahmen und Leinwände tödlich sind
- Kauf mit gutem Gewissen: Wie Ihr Kauf hilft, bedrohte Kunsthandwerkstechniken in Deutschland zu erhalten
- Warum lohnt es sich, 300 € für handgefertigte Kunstobjekte auszugeben statt 50 € für Industrieware?
Der 50%-Wert: Warum ein Luftbefeuchter im Winter die Lebensversicherung für Ihre Holzfiguren ist
Der gängige Rat, eine Wasserschale auf die Heizung zu stellen, ist gut gemeint, aber in modernen Wohnungen oft nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Um die Physik dahinter zu verstehen, müssen wir das Konzept der Holzausgleichsfeuchte betrachten. Holz strebt immer danach, sein eigenes Feuchtigkeitsniveau dem der Umgebungsluft anzupassen. Im Winter kann die relative Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen auf unter 30 % fallen – trockener als in der Sahara. Für Holz ist das ein extremer Schock. Es gibt seine Feuchtigkeit an die trockene Luft ab, schwindet und die daraus resultierenden Spannungen führen zu Rissen.
Die Lösung ist, das Umfeld zu kontrollieren, nicht nur das Objekt. Experten sind sich einig, dass für die Erhaltung von Holzobjekten eine Luftfeuchtigkeit von 50 % +/- 5 % als ideal gilt. Dieser Wert stellt den perfekten Kompromiss dar: Er ist feucht genug, um das Holz stabil zu halten, aber trocken genug, um Schimmelbildung zu verhindern. Die einzige zuverlässige Methode, diesen Wert im Winter zu halten, ist der Einsatz eines elektrischen Luftbefeuchters. Modelle mit integriertem Hygrostat messen kontinuierlich die Luftfeuchtigkeit und schalten sich automatisch ein und aus, um den Zielwert zu halten. Dies schafft ein stabiles Mikroklima, das die Lebensdauer Ihrer Schnitzereien entscheidend verlängert.
Besonders kritisch ist die Situation in modernen KfW-Neubauten. Deren kontrollierte Wohnraumlüftung sorgt zwar für Energieeffizienz, trocknet die Luft aber oft noch stärker aus als herkömmliche Heizsysteme. Hier ist eine aktive Befeuchtung keine Option, sondern eine Notwendigkeit für jeden Besitzer von hochwertigen Holzobjekten. Die Investition in einen guten Luftbefeuchter ist somit keine Luxusausgabe, sondern eine kostengünstige Versicherungspolice für Ihre Kunst.
Nicht über den Kamin: Wo ist der sicherste Platz für Holz im Wohnzimmer?
Selbst in einem raumklimatisch optimierten Zimmer gibt es gefährliche und sichere Zonen für Holzobjekte. Die Platzierung Ihrer Schnitzerei ist genauso entscheidend wie die allgemeine Luftfeuchtigkeit. Die grössten Feinde sind direkte, intensive Wärmequellen und schnelle Temperaturschwankungen. Diese schaffen extreme Mikroklimazonen, die lokale Spannungen im Holz verursachen, selbst wenn der Rest des Raumes ideale Bedingungen aufweist.
Die absoluten Tabu-Zonen für jede Holzkunst sind:
- Direkt über einer Heizung: Die aufsteigende heisse, trockene Luft entzieht dem Holz extrem schnell Feuchtigkeit an der Unterseite, während die Oberseite kühler bleibt. Diese Differenz führt unweigerlich zu Verformungen und Rissen.
- Auf dem Kaminsims: Ähnlich wie bei der Heizung führt die Strahlungswärme zu einer rapiden Austrocknung.
- Auf einer Fensterbank mit direkter Sonneneinstrahlung (besonders Südfenster): Die UV-Strahlung bleicht nicht nur Farben aus, sondern die intensive Wärme erhitzt die Oberfläche des Holzes stark und führt zu lokalem Feuchtigkeitsverlust.

Wie die Illustration zeigt, sind die sichersten Orte oft die unscheinbarsten. Ideale Standorte sind Regale oder Sideboards an einer Innenwand, die weder direkter Sonne noch Heizungsluft ausgesetzt sind. Eine kühle Nordwand ist immer besser als eine warme Südwand. Eine Studie zur Holzpflege bestätigt, dass die Vermeidung solcher Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen der Schlüssel zur Prävention von Schäden ist. Denken Sie daran: Ein gleichmässiges, stabiles und unspektakuläres Umfeld ist der grösste Luxus, den Sie Ihrem Holzobjekt bieten können.
Holzwurm-Alarm: Wie erkennen Sie aktiven Befall bei Flohmarkt-Funden, bevor er auf Ihre Möbel übergreift?
Ein charmantes, altes Stück Holz vom Flohmarkt kann eine wunderbare Ergänzung Ihrer Sammlung sein – oder ein trojanisches Pferd, das den Holzwurm (eigentlich die Larve des Gemeinen Nagekäfers) in Ihr Zuhause einschleppt. Die blosse Anwesenheit von kleinen Löchern ist dabei noch kein Grund zur Panik. Viele Löcher sind alt und inaktiv. Entscheidend ist, einen aktiven Befall zu erkennen, bevor die Schädlinge auf wertvolle Möbel oder andere Kunstobjekte übergreifen.
Das untrüglichste Zeichen für aktive Larven ist frisches Bohrmehl. Dies sind winzige, helle Holzspänchen, die aus den Löchern rieseln, während die Larve im Inneren frisst. Um dies zu überprüfen, stellen Sie das Objekt auf ein dunkles Blatt Papier. Wenn sich nach ein paar Tagen kleine Häufchen von Mehl bilden, haben Sie einen aktiven Befall. Alte, inaktive Löcher haben oft dunkle Ränder und es findet sich kein frisches Mehl. Ein weiteres Indiz können neue, helle und ovale Ausfluglöcher sein, die der erwachsene Käfer hinterlässt.
Wenn Sie einen Flohmarkt-Fund nach Hause bringen, ist ein striktes Quarantäne-Protokoll unerlässlich. Behandeln Sie jeden Neuzugang als potenziell befallen, bis das Gegenteil bewiesen ist. Eine Selbstbehandlung mit chemischen Mitteln aus dem Baumarkt ist nicht zu empfehlen, da diese oft umweltschädlich sind und das Holz oder dessen Bemalung beschädigen können. Professionelle Restauratoren nutzen heute schonende und hocheffektive Methoden.
Plan zur Überprüfung von Flohmarktfunden auf Holzbefall
- Isolation & Beobachtung: Das Objekt für 2-4 Wochen in einen durchsichtigen Plastiksack an einem warmen Ort isolieren. Wärme beschleunigt die Aktivität der Larven und macht einen Befall schneller sichtbar.
- Spurensuche (Bohrmehl): Täglich ein dunkles Blatt Papier unter das Objekt legen und auf frisches, helles Holzmehl kontrollieren. Dies ist der sicherste Beweis.
- Zustandsanalyse (Löcher): Unterscheiden Sie alte (dunkle, runde Ränder) von neuen (helle, ovale Ränder) Ausfluglöchern.
- Klopf- & Hörtest: Vorsichtig mit dem Fingerknöchel auf verschiedene Stellen des Objekts klopfen. Ein unerwartet dumpfer oder hohler Klang kann auf starken Frass im Inneren hindeuten.
- Entscheidung & Massnahmen: Bei eindeutigen Anzeichen von aktivem Befall (frisches Mehl) kontaktieren Sie einen zertifizierten Restaurator (z.B. über den Verband der Restauratoren, VDR) für eine professionelle Stickstoff- oder Wärmebehandlung.
Leinöl oder Bienenwachs: Welche Pflege feuert die Maserung an, ohne das Holz zu verkleben?
Die Frage nach der „richtigen“ Pflege ist eine der häufigsten – und eine, bei der die verheerendsten Fehler gemacht werden. Der pauschale Rat, Holz zu ölen oder zu wachsen, ist gefährlich, denn er ignoriert den wichtigsten Faktor: die Oberflächenbehandlung des Objekts. Hier muss strikt zwischen naturbelassenen, gebeizten oder gewachsten Hölzern und bemalten Hölzern unterschieden werden.
Für naturbelassene oder bereits geölte/gewachste Schnitzereien sind hochwertige Naturprodukte wie Leinölfirnis oder Bienenwachsbalsam eine ausgezeichnete Wahl. Sie nähren das Holz, schützen es vor leichter Verschmutzung und „feuern die Maserung an“ – das heisst, sie vertiefen die Farbtöne und heben die natürliche Struktur des Holzes hervor, was ihm eine wunderschöne, seidig-matte Tiefe verleiht. Die Anwendung sollte extrem sparsam erfolgen: mit einem weichen, fusselfreien Tuch hauchdünn auftragen, kurz einziehen lassen und überschüssiges Material sorgfältig abpolieren. Weniger ist hier definitiv mehr, um eine klebrige Oberfläche zu vermeiden.

Der kritischste Fehler, den viele Sammler begehen, betrifft bemalte Figuren, insbesondere traditionelle Erzgebirge-Figuren wie die von Wendt & Kühn. Diese Kunstwerke sind oft mit Lack- oder Leimfarben bemalt. Das Auftragen von Öl oder Wachs auf diese Farbschichten ist fatal. Die Öle können die Farbpigmente unterwandern, sie dunkel und fleckig erscheinen lassen oder die Farbschicht im schlimmsten Fall aufweichen und zerstören. Der Holzschnitzerei-Experte Wlach rät unmissverständlich: Bemalte Figuren dürfen niemals geölt oder gewachst werden. Die einzige richtige Pflege für sie ist das sanfte Abstauben mit einem sehr weichen, trockenen Pinsel (z.B. einem Kosmetikpinsel).
Vom Erzgebirge zum Loft: Wie inszenieren Sie traditionelle Schnitzkunst cool und nicht altbacken?
Traditionelle Holzschnitzkunst, wie der Nussknacker aus dem Erzgebirge oder die heilige Familie aus Bayern, trägt eine reiche Geschichte in sich. Doch in einem modernen Wohnumfeld kann sie schnell fehl am Platze oder „altbacken“ wirken. Der Schlüssel zu einer gelungenen Integration liegt nicht darin, die Figur zu verstecken, sondern sie selbstbewusst als Kunstobjekt zu inszenieren. Mit den richtigen gestalterischen Mitteln wird aus dem Erbstück ein cooler Blickfang.
Anstatt die Figuren einzeln und verstreut im Raum zu verteilen, sollten Sie auf Kontrast und bewusste Komposition setzen. Es geht darum, einen Dialog zwischen dem traditionellen Objekt und seiner modernen Umgebung zu schaffen. Die folgenden drei Techniken sind besonders wirkungsvoll:
- Das Stilbruch-Prinzip: Der Kontrast zwischen Alt und Neu erzeugt visuelle Spannung und Aufmerksamkeit. Platzieren Sie einen traditionellen Nussknacker vor einer minimalistischen Betonwand oder eine Gruppe barocker Engel auf einem puristischen USM-Haller-Sideboard. Die raue, moderne Textur hebt die feine, handwerkliche Qualität der Figur hervor.
- Gruppierung statt Streuung: Einzelne kleine Figuren wie die Kurrende-Sänger aus dem Erzgebirge gehen im Raum oft unter. Arrangieren Sie sie stattdessen zu einer dichten, kompakten Gruppe auf einem Tablett oder in einer Vitrine. Als geschlossene Einheit erhalten sie eine viel stärkere visuelle Präsenz und wirken wie eine bewusste Installation.
- Gezieltes Lichtdesign: Licht ist der beste Freund des dreidimensionalen Objekts. Anstatt die Figur im allgemeinen Raumlicht untergehen zu lassen, setzen Sie einen einzelnen, kleinen LED-Spot mit warmweissem Licht gezielt auf sie. Das dadurch entstehende Spiel von Licht und Schatten betont die Formen, die Textur und die Tiefe der Schnitzerei auf dramatische Weise.
Durch diese bewusste Inszenierung ehren Sie nicht nur das handwerkliche Erbe, sondern verleihen Ihrem modernen Interieur auch eine persönliche, geschichtstracktige Note. Sie zeigen, dass Tradition und Moderne keine Gegensätze sein müssen, sondern sich gegenseitig bereichern können.
Hygrometer-Pflicht: Warum Schwankungen über 10% für Holzrahmen und Leinwände tödlich sind
Wir haben bereits die Wichtigkeit eines stabilen Raumklimas um die 50 % relative Luftfeuchtigkeit besprochen. Doch die eigentliche Gefahr liegt nicht nur in einem dauerhaft zu trockenen oder zu feuchten Zustand, sondern vor allem in den schnellen Schwankungen. Jede Änderung der Luftfeuchtigkeit zwingt das Holz, sich anzupassen – es quillt bei Feuchtigkeit und schwindet bei Trockenheit. Wenn diese Zyklen zu schnell oder zu extrem sind, ermüdet das Material. Die inneren Spannungen werden so gross, dass sie sich in Rissen entladen. Dies gilt nicht nur für massive Skulpturen, sondern in besonderem Masse auch für filigrane Holzrahmen von Gemälden oder die Keilrahmen, auf denen Leinwände gespannt sind.
Eine Faustregel aus der Restaurierung besagt: Tägliche Schwankungen der relativen Luftfeuchtigkeit von mehr als 10 % sind für Kunstobjekte aus Holz kritisch. Solche Sprünge treten leicht auf, etwa durch Stosslüften im Winter, Kochen ohne Dunstabzug oder Duschen bei offener Badezimmertür. Das Holz hat keine Zeit, sich langsam anzupassen, und die verschiedenen Schichten des Materials arbeiten gegeneinander. Nach wissenschaftlichen Tabellen liegt beispielsweise die Holzausgleichsfeuchte bei 13 %, wenn ein Raum 15°C und 70 % Luftfeuchte aufweist. Fällt die Feuchte nun rapide auf 30 %, will das Holz ebenfalls schnell Feuchtigkeit abgeben, was zu enormen Spannungen führt.
Aus diesem Grund ist ein digitales Hygrometer kein nettes Gimmick, sondern ein unverzichtbares Diagnosewerkzeug für jeden Kunstbesitzer. Es ist das einzige Instrument, das Ihnen diese gefährlichen Schwankungen objektiv anzeigt. Platzieren Sie es in der Nähe Ihrer wertvollsten Objekte (aber nicht in direktem Sonnenlicht oder an einer Aussenwand). Beobachten Sie die Werte über den Tag. Erst wenn Sie das Verhalten Ihres Raumklimas kennen, können Sie gezielt gegensteuern – sei es mit einem Luftbefeuchter bei Trockenheit, einem Entfeuchter bei dauerhafter Nässe oder einfach durch veränderte Lüftungsgewohnheiten.
Die folgende Tabelle gibt Ihnen eine schnelle Übersicht über Sofort- und Langzeitmassnahmen, um Ihr Raumklima zu stabilisieren.
| Messwert | Sofortmassnahme | Langzeitlösung |
|---|---|---|
| Unter 40% Luftfeuchte | Wasserschale auf Heizung stellen | Verdunster-Luftbefeuchter installieren |
| Über 60% beim Kochen | Dunstabzugshaube auf höchster Stufe | Kontrollierte Wohnraumlüftung prüfen |
| Über 70% dauerhaft | Stosslüften 3x täglich | Luftentfeuchter anschaffen |
| Schwankung >10% täglich | Heizung konstant halten | Smart-Hygrometer mit Warnung installieren |
Kauf mit gutem Gewissen: Wie Ihr Kauf hilft, bedrohte Kunsthandwerkstechniken in Deutschland zu erhalten
Hinter jedem handgefertigten Holzobjekt steht nicht nur ein Künstler, sondern eine ganze Kette von Wissen, Tradition und regionaler Kultur. In Deutschland gibt es einzigartige Zentren der Holzschnitzkunst, deren Fortbestand direkt von der Wertschätzung und dem Kaufverhalten der Kunden abhängt. Wenn Sie sich für ein handgefertigtes Stück entscheiden, erwerben Sie nicht nur ein Objekt von höherer Qualität und Langlebigkeit, sondern leisten auch einen aktiven Beitrag zur Erhaltung eines bedrohten Kulturerbes.
Regionen wie das Erzgebirge in Sachsen, Berchtesgaden und Oberammergau in Bayern sind weltberühmt für ihre spezifischen Schnitztraditionen, die über Jahrhunderte von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Die Manufaktur Wendt & Kühn aus Grünhainichen im Erzgebirge ist ein Paradebeispiel. Seit 1915 fertigt das familiengeführte Unternehmen seine berühmten Grünhainichener Engel komplett von Hand und verwendet dabei ausschliesslich Holz aus nachhaltig bewirtschafteten, regionalen Wäldern. Jeder Kauf unterstützt direkt die hochqualifizierten Handwerker und sichert Ausbildungsplätze in einem selten gewordenen Beruf.
Doch wie erkennt man als Laie authentische, regionale Handwerkskunst? Achten Sie auf Gütesiegel. Ein herausragendes Beispiel hierfür ist das Siegel „Echt Erzgebirge. Holzkunst mit Herz®“. Wie der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. betont, garantiert dieses Zeichen dem Käufer Authentizität und höchste handwerkliche Qualität aus der Region.
Das Gütesiegel ‚Reiterlein‘ des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. garantiert Authentizität und handwerkliche Qualität aus der Region
– Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker, Qualitätssiegel-Information
Ihr bewusster Kauf ist also ein Votum: ein Votum für Qualität, für Nachhaltigkeit und für den Erhalt der kulturellen Vielfalt und der einzigartigen handwerklichen Fähigkeiten, die Deutschland prägen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Hauptursache für Risse ist trockene Heizungsluft, nicht die Wärme allein. Ein stabiles Raumklima um 50 % Luftfeuchtigkeit ist der entscheidendste Schutz.
- Die richtige Pflege hängt von der Oberfläche ab: Niemals Öl oder Wachs auf bemalte Figuren (z.B. Erzgebirge) auftragen, nur trocken abstauben.
- Ein bewusster Kauf von regionaler Handwerkskunst (z.B. mit „Reiterlein“-Siegel) sichert nicht nur Qualität, sondern erhält auch bedrohte Kulturtechniken in Deutschland.
Warum lohnt es sich, 300 € für handgefertigte Kunstobjekte auszugeben statt 50 € für Industrieware?
Auf den ersten Blick mag der Preisunterschied zwischen einer handgeschnitzten Figur für 300 € und einem massenproduzierten Importartikel für 50 € gewaltig erscheinen. Doch dieser Unterschied spiegelt weit mehr wider als nur den reinen Materialwert. Es ist der Unterschied zwischen einem kurzlebigen Dekorationsartikel und einem vererbbaren Kunstwerk, das eine Geschichte erzählt und an Wert gewinnt – sowohl emotional als auch potenziell materiell.
Der höhere Preis eines handgefertigten Objekts aus einer deutschen Manufaktur wie Wendt & Kühn finanziert einen ganzen Kosmos an Werten. Zunächst ist da die menschliche Komponente: Die Ausbildung eines Holzbildhauers dauert drei Jahre, gefolgt von Jahrzehnten der Praxis, um wahre Meisterschaft zu erlangen. Dieses tiefgreifende Wissen über Material, Werkzeug und Formgebung fliesst in jedes einzelne Stück ein und verleiht ihm eine Seele, die eine Maschine niemals replizieren kann. Sie kaufen nicht nur ein Objekt, sondern die Lebenszeit und die Leidenschaft eines Künstlers.

Darüber hinaus treffen Sie eine Entscheidung für Nachhaltigkeit und lokale Wirtschaft. Während Industrieware oft aus nicht zertifiziertem Holz besteht und über Tausende von Kilometern transportiert wird, stammt das Holz deutscher Manufakturen meist aus nachhaltiger lokaler Forstwirtschaft (erkennbar an PEFC/FSC-Siegeln). Eine Analyse zeigt, dass durch die kurzen Transportwege die CO2-Emissionen um bis zu 90 % gegenüber Importen aus Fernost reduziert werden können. Das Geld bleibt in der Region, stärkt die lokale Wirtschaft und sichert Arbeitsplätze.
Letztendlich ist der Preis eine Investition in Dauerhaftigkeit. Eine handwerklich perfekt gearbeitete und richtig gepflegte Schnitzerei ist kein Wegwerfartikel. Sie ist so konzipiert, dass sie Generationen überdauert, ihre Schönheit behält und zu einem Teil Ihrer Familiengeschichte wird. Der Artikel für 50 € mag nach wenigen Wintern Risse bekommen oder verblassen; das Kunstwerk für 300 € wird zu einem Erbstück.
Indem Sie diese Prinzipien der Prävention und Pflege anwenden, werden Sie vom blossen Besitzer zum bewussten Bewahrer Ihrer Kunstwerke. Beginnen Sie noch heute damit, das Klima für Ihre Holzschnitzereien zu optimieren – sie werden es Ihnen über Generationen hinweg danken.